Molekulare Biomedizin (B.Sc)
An dieser Stelle geben wir euch einen Überblick über die Module des Bachelorstudienganges Molekulare Biomedizin. Für weitere Informationen, insbesondere zur Bewerbung, besucht bitte die Webseite des LIMES-Instituts unter
https://www.limes-institut-bonn.de/studium-lehre/bsc-molekulare-biomedizin/.
Hier findet ihr detaillierte Informationen über die Module in den einzelnen Semestern:
Hier seht ihr die Module im Überblick:
1. Semester
Im ersten Semester werden wichtige naturwissenschaftlichen Grundlagen vermittelt. Diese sind Physik, Anorganische Chemie, Organische Chemie und Biologie. Außerdem dozieren wöchentlich Professoren über verschiedene aktuelle Themen und mögliche Anwendungsbereiche der molekularen Biomedizin.
Neben den Vorlesungen und den dazugehörigen Seminaren, Tutorien und Übungen werden auch Praktika durchgeführt:
Zuerst findet ein Kleingruppenpraktikum* in Biologie (nach eigener Terminabsprache) und im Januar, also kurz vor der ersten Klausurphase, ein zehntägiges AC-Praktikum statt (an vier Nachmittagen in der Woche). In der vorlesungsfreien Zeit ist abschließend ein Praktikum in Organischer Chemie eingeplant.
*Zu Studienbeginn wird man mit 4-5 weiteren Kommilitonen einem Mentor/ einer Mentorin, der/die Professor/in am LIMES ist, zugeteilt. Diese/r ist während des Studiums Ansprechpartner/in bei Studienproblemen, fachspezifischen Fragen und sonstigen Anliegen und bei ihm/ihr findet besagtes Kleingruppenpraktikum statt.
In der von Frau Dr. Soergel gehaltenen Vorlesung „Physik für Nebenfächler“, die u.A. auch von Medizinern, Geodäten, Pharmazeuten und Agrarwissenschaftlern besucht wird, werden die physikalischen Grundlagen der Mechanik, Hydrostatik, Wärmelehre, Elektrostatik, Magnetismus, Elektromagnetismus, Schwingungen und Wellen, Optik und Atom-und Kernphysik anschaulich erklärt, sodass sich auch weniger Physikbegeisterte mit der Vorlesung und Physik im Allgemeinen anfreunden können. Die Vorlesung braucht nicht unbedingt physikalisches Vorwissen.
Begleitend gibt es eine Pflichtübung, bei der man zweimal eine der wöchentlich online gestellten Übungsaufgaben erfolgreich vorrechnen muss, um zur Klausur zugelassen zu werden, welche dann aber machbar ist, da die Aufgaben denen der Übung ähneln (und erfahrungsgemäß etwas leichter sind).
Anorganische Chemie
Hierbei werden die Grundlagen von Anfang an besprochen, so dass die Klausur auch ohne Vorwissen zu bestehen ist. Es werden in der Vorlesung Experimente vorgeführt, um den Vorlesungsinhalt zu veranschaulichen. Die Vorlesung orientiert sich stark an Lehrbüchern, so dass man alles auch noch einmal nachlesen kann, was aber eher selten nötig ist, da auch die Vorlesungsfolien später im Internet hochgeladen werden. Trotzdem oder besser gesagt insbesondere lohnt sich ein Besuch der Vorlesung.
Organische Chemie
Zuerst werden etwas ausführlicher die Grundlagen besprochen (aber im Gegensatz zu AC ist ein chemisches Grundverständnis hier um einiges wichtiger und sollte sich mit Hilfe der Lehrbücher, die Grundlage der Vorlesung sind, angeeignet werden). Danach werden die aliphatischen Kohlenwasserstoffe (Alkane, Alkene und Alkine), deren Nomenklatur, Synthese, Eigenschaften & Reaktionen und dann die Aromaten (und deren Nomenklatur, Eigenschaften und Reaktionen) besprochen. Außerdem werden Stereochemie, Halogenalkane, Azidität und Basizität und viele funktionelle Gruppen behandelt (Alkohole, Amine, Carbonsäuren, Ketone, Aldehyde, Ester u.v.m.).
Zusätzlich zur Vorlesung findet ein von Studierenden geleitetes Tutorium statt, in dem Inhalte vertieft werden und Klausuraufgaben geübt werden. Eine weitere Übung wird von einem anderen Dozenten gehalten. In dieser werden explizit klausurrelevante Aufgaben thematisiert. Die Klausur handelt die wichtigsten Themen der Vorlesung ab.
Hierbei handelt es sich um eine Ringvorlesung, die nur für Molekulare Biomediziner gehalten wird. Das heißt, dass man viele verschiedene Dozenten hat, die jeweils ein Fachgebiet vorstellen und dabei je nach Thema drei bis zehn Vorlesungsstunden halten. Die vorgestellten Themen reichen von Zellaufbau über Entwicklungsbiologie, Immunbiologie, klassische Genetik und den Aufbau von Membranen bis zu Homöostase und dem Ablauf von Signalkaskaden und variieren nach dem jeweiligen Dozenten.
Die Klausur zählt mit 9,6 LP am meisten in diesem Semester, es lohnt sich also diese ordentlich vorzubereiten. In der Multiple Choice- Klausur werden von den Dozenten dann zu ihren Themen spezifische Fragen gestellt, die teilweise einiges an Detailwissen erfordern. Mit etwas Lernaufwand ist die Klausur aber gut machbar.
2. Semester
Im zweiten Semester finden Vorlesungen statt in den Modulen Statistik, Biophysik, Biochemie und Anatomie/Histologie, sowie ein wöchentliches Physik-Praktikum. Dieses baut auf der Vorlesung des ersten Semesters auf. Außerdem kann man bereits Wahlmodule belegen, wenn man möchte, empfohlen wird dies jedoch eigentlich erst ab dem 3. - 4. Semester.
Zu Statistik gibt es außerdem eine wöchentliche Übung, zu Biochemie ein Seminar und ein Tutorium.
Praktika gehören auch in diesem Semester dazu. In Biochemie gibt es vier Praktikumstage während der Vorlesungszeit und in Histologie findet ein Praktikum im September statt.
Einmal wöchentlich findet diese Vorlesung, gehalten von Herrn Prof. Lang vom LIMES-Institut, statt. Sie befasst sich mit den Grundlagen der Biophysik und setzt sich recht intensiv mit verschiedenen Methoden der Mikroskopie und den physikalischen Phänomenen, auf denen diese beruhen, auseinander. Vorgestellt werden zum Beispiel neueste Techniken wie STORM oder STED-Mikroskopie, wodurch die Vorlesung einen aktuellen und praxisnahen Bezug hat.
Die Vorlesung wird mit einer Klausur abgeschlossen, deren Note zu 20% in die Gesamtnote des Moduls Biologie eingerechnet wird. Die Klausur orientiert sich stark an den Zusammenfassungen des Professors, es lohnt sich also diese gut zu lernen. Da die Klausur schon Mitte des Semesters geschrieben wird ist die Menge des Stoffes auch überschaubar.
Diese Vorlesung wird gemeinsam mit den Medizinstudenten besucht und findet auf dem Venusberg statt, jedoch dauert sie nicht bis zum Ende des Semesters. Sie dient der Vermittlung von Wissen über Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik und stellt einige statistische Testverfahren und Möglichkeiten zur statistischen Auswertung experimenteller Daten vor. Alles findet vor dem Hintergrund von medizinischen Beispielen statt.
Begleitend findet eine wöchentliche (Pflicht-)Übung statt, in der Aufgaben bearbeitet werden, die vom Typ her den Klausuraufgaben entsprechen. Da die Klausur für molekulare Biomediziner dieselbe ist wie für die Medizinstudenten, ist sie als multiple-choice Klausur mit Fragen von unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gestellt.
Die Biochemie 1 Vorlesung wird von Herrn Prof. Thiele gehalten, der auch die BC2-Vorlesung übernimmt. Hier stehen vor allem die großen Stoffwechselwege wie Glykolyse, Citratzyklus und Atmungskette im Mittelpunkt. Außerdem werden Enzyme und Enzymkinetik recht ausführlich behandelt und biochemische Vorgänge während der Transkription besprochen.
Es gibt ein begleitendes Seminar, in dem wöchentlich allgemeine oder aktuelle Themen im Zusammenhang mit den Vorlesungsinhalten besprochen werden. Hinzu kommt ein Praktikum, welches vier Termine zu je vier Stunden während der Vorlesungszeit umfasst. Im Vorhinein findet zu jedem Praktikumstag ein Seminar statt; nach dem Versuch wird ein Protokoll oder zumindest eine Auswertung der Ergebnisse verfasst, welche an einem weiteren Seminartermin vorgestellt werden. Das Bestehen der Praktika ist Voraussetzung für das Bestehen des Gesamtmoduls.
Auch hier wird ein von Studierenden geleitetes Tutorium angeboten in dem die Vorlesungsinhalte besprochen werden und klausurrelevante Aufgaben geübt werden.
Es geht in dieser Vorlesung weniger darum, Knochen- und Muskelnamen auswendig zu lernen, sondern Struktur- und Funktionsbeziehungen der Organe und Zellen zu verstehen. Dennoch müssen Aufbau und Histologie vieler Organe natürlich auswendig gelernt werden, da die Klausur auch dies umfasst. In der Klausur werden sowohl Detail-, als auch Verständnisfragen behandelt.
Begleitend zur Vorlesung findet ein Seminar statt, in dem Studierende wissenschaftliche Publikationen zum jeweiligen Thema vorstellen. Die Vorträge und die mündliche Beteiligung im Seminar sind benotet und machen 25% der Modulgesamtnote aus.
In den Semesterferien (September) liegt ein Praktikum, welches vor allem die Histologie näher behandelt, da viel mikroskopiert wird. Verschiedene Gewebe/Organe werden vorgestellt und anschließend Gewebeschnitte mikroskopiert und gezeichnet. Außerdem werden Fluoreszenzfärbungen selbst hergestellt und es findet eine Einführung in die Bildanalysesoftware Fiji statt.
Das Physik-Praktikum findet im zweiten Semester statt und umfasst 10 Versuche, die von einfacher Mechanik über Optik bis hin zu Radioaktivität die Grundlagen der Physik abdecken. Es findet wöchentlich statt und dient zur Vertiefung der Vorlesungsinhalte aus dem ersten Semester. Die erfolgreich absolvierte Physikklausur ist eine Teilnahmevoraussetzung. Das Praktikum wird von Studierenden aus höheren Semestern betreut.
An jedem Versuchstag sind maximal 10 Punkte zu erreichen (70 Punkte maximal). Erreicht man mindestens 56 Punkte, so muss die praktikumsbegleitende Klausur nicht mehr geschrieben werden (= der theoretische Teil wurde auch bereits bestanden). Dies ist mit ein wenig Vorbereitung machbar.
Der Ablauf ist jedes Mal gleich, zuerst erfolgt ein Antestat, in dem die zum Versuch gehörigen Grundkenntnisse abgefragt werden, dann wird der Versuch in Zweiergruppen durchgeführt. Insgesamt stehen für jeden Versuch inklusive Antestat und Protokoll drei Zeitstunden zur Verfügung. Eine gute Vorbereitung auf die Durchführung und theoretischen Hintergründe der Versuche zahlt sich aus. Es empfiehlt sich auch die Vorlesung zur Fehlerrechnung (angeboten am Ende des ersten Semesters) als Vorbereitung zu besuchen, da die Fehlerrechnung ein essentieller Teil des Praktikums ist.
Die Protokolle werden jeweils zu zweit am Ende des Praktikumsversuch hochgeladen.
Die Vorlesungsreihe in Bioethik startet erst in der zweiten Semesterhälfte und umfasst 5 Vorlesungen, in verschiedene Dozenten des Medizinhistorischen Institutes (gehört zum Uniklinikum) über ethische Grundlagen, Forschungsethik, Tierversuche, Humanexperimente, Neuroethik und genetisches Testen referieren.
Das Modul wird durch eine Klausur abgeschlossen. Diese ist nicht wirklich umfangreich und daher gut machbar.
3. Semester
Im 3. Semester finden die Module Biochemie 2, Physiologie 1, Entwicklungsbiologie & Genetik 1, Immunologie, Virologie und Physikalische Chemie statt.
Das Modul Biochemie 2 umfasst eine Vorlesung, ein Seminar, ein Tutorium und ein Praktikum.
Die zwei großen Themen sind Lipid- und Aminosäurestoffwechsel. Dazu werden in dem Seminar werden aktuelle Themenbezüge diskutiert und es werden interessante Einblicke in die Forschung gegeben. Die Teilnahme am Praktikum und den dazugehörigen Vor- und Nachbereitungsseminaren ist Pflicht. Es lohnt sich außerdem an dem Tutorium teilzunehmen, da der Stoff sehr umfangreich und teilweise echt kniffelig ist.
Das Modul Physiologie 1 gibt eine Einführung in die Neuro- und Sinnesphysiologie. Es umfasst ein Praktikum, eine Vorlesung und ein Tutorium. Im Praktikum wird jeden Tag ein Antestat (5 Multiple-Choice-Fragen, von denen unter dem Strich min. 50% richtig beantwortet werden müssen) durchgeführt. Zusätzlich muss von einem Versuchstag ein ausführliches Protokoll angefertigt und eingereicht werden, um die Klausurzulassung zu bekommen. In dem Praktikum werden viele in der Vorlesung thematisierte Inhalte an 6 Tagen besprochen und praktische Versuche gemacht. In dem Tutorium werden hauptsächlich Fragen besprochen, die den Klausuren ähneln. Es ist also auf jeden Fall eine wichtige Veranstaltung, um einen Eindruck vom Klausurformat zu bekommen.
Die Vorlesung ist eine Ringvorlesung, in der die Dozenten vom LIMES eine Einführung in die Immunologie und alle dafür relevanten Themenbereiche geben. Jede Vorlesung deckt dabei einen anderen Bereich der Immunologie ab. Für das Verständnis dieser Vorlesung ist es sehr hilfreich, dass dazu angebotene Tutorium zu besuchen, in dem die Inhalte der Vorlesung zusammengefasst und Fragen besprochen werden.
Auch hierbei handelt es sich um eine von drei Dozenten geleitete Ringvorlesung. Die Themen reichen dabei von den Grundlagen der Genetik bis hin zur Drosophila-Genetik. Zu dem Modul werden keine weiteren Zusatzveranstaltungen angeboten. Der Besuch der Vorlesung lohnt sich aber durchaus, da es nicht ganz einfach ist nur mit den Folien das nachzubereiten was vorgetragen wurde.
Von den Inhalten her baut Physikalische Chemie auf den Modulen AC und Physik auf. Es werden hauptsächlich die Grundlagen der Reaktionskinetik und Thermodynamik besprochen. Zu der Vorlesung gehört eine Übung, in der Aufgaben zu den jeweiligen Themen durchgerechnet werden. Der Besuch der Übung empfiehlt sich sehr, da die Aufgaben den Klausuraufgaben sehr ähneln und man gute Tipps für die Klausur bekommt.
4. Semester
Das Modul umfasst eine Vorlesung und ein in den „Sommerferien“ stattfindendes Praktikum (das Praktikum ist aber sehr interessant und beinhaltet spannende Versuche) und eine Vorlesung. Zusätzlich gibt es ein studentisch geleitetes Tutorium, in dem der Vorlesungsstoff wiederholt wird und mögliche Klausuraufgaben besprochen werden.
Während der Schwerpunkt in Physio I auf dem somatischen Nervensystem und der Sinnesphysiologie lag, liegt er in Physio II auf dem vegetativen Nervensystem. Die Vorlesung ist in die Themenblöcke Blut, Atmung, Herz, Kreislauf und Niere/Elektrolythaushalt/Säure-Base-Haushalt aufgeteilt. Über jeden Themenblock werden 4-5 Vorlesungen gehalten.
Das Modul wird mit einer Klausur über Vorlesungs- und Praktikumsinhalte abgeschlossen.
Das Modul umfasst ein Praktikum, in dem einem der Umgang mit den bekannten, umfangreichen biologischen Datenbanken nähergebracht wird und eine Vorlesung.
In der Vorlesung, die von Prof. Hasenauer gehalten wird, werden verschiedene Themen der Genomik und Bioinformatik behandelt (strukturelle und funktionelle Genomik, Sequenziertechniken, Krebsgenomik, RNA-Genomik, Epigenomik, die bioinformatische Datengewinnung und -analyse, machine learning, deep learning und neuronale Netzwerke).
Die Vorlesung wird durch eine recht anspruchsvolle Klausur abgeschlossen, die viel Lernaufwand erfordert.
(E-Bio/Genetik 2 bilden mit E-Bio/Genetik1 ein gemeinsames Modul mit insgesamt 8 LP)
Das Modul E-Bio/Genetik 2 ist in 2 Teile aufgeteilt.
Teil: Pankratz (Entwicklung der Forschung im Bereich Sprachgene anhand verschiedener Paper)
Teil: Bauer (Behandelt wird die frühe Phase der Embryonalentwicklung (Gonaden, Befruchtung, Gastrulation, Keimblätter, Organizer, …))
Außerdem gibt es ein Seminar, in dem jeder ein wissenschaftliches Paper vorstellen muss (unbenotet).
Das Modul besteht aus einer Vorlesungsreihe, die für uns und die Pharmazeuten gehalten wird, und einem 3-tägigen Praktikum.
In der Vorlesung werden zu Beginn der Aufbau und die Klassifizierung verschiedener Mikroorganismen und das Immunsystem behandelt. Jedoch wird der Fokus schnell auf Bakterien gelegt: In den einzelnen Vorlesungen werden verschiedene Bakterien (und die von ihnen ausgelösten Erkrankungen) anhand der zugehörigen Körperregion behandelt (Haut, Urogenitaltrakt, Magen-Darm-Trakt, …). Außerdem gibt es eine Vorlesung über Antibiotika und Resistenz.
Des Weiteren gibt es eine Vorlesung über Parasitologie und 3 über Virologie. Diese sind aber nicht klausurrelevant.
Klausurrelevant ist dafür der Praktikumsstoff (dieser macht 80% der Klausur aus und baut auf der VL auf).
In diesem Modul werden alle Virenstämme systematisch durchgegangen und die Charakteristika und assoziierten Krankheiten der einzelnen Virusfamilien besprochen. In diesem Modul empfiehlt es sich, frühzeitig eine Übersicht der einzelnen Virusfamilien aufzustellen, um am Ende nicht den Überblick zu verlieren. In Virologie werden keine zusätzlichen Veranstaltungen angeboten.
Wahlpflichtmodule (5.Semester)
Das Modul A findet in vier verschiedenen Bereichen/ Arbeitsgruppen statt: AG Hoch/ Bauer (LIMES), AG Nöthen (Institut für Humangenetik/ life&brain), AG Schorle (Pathologie UKB) und AG Brüstle (life&brain). In den vier Wochen in verschiedenen Disziplinen werden auch die unterschiedlichsten Themenbereiche behandelt. In der AG Hoch werden vor allem die Genetik und die Arbeit mit dem Modellorganismus Drosophila vermittelt, hier wird viel praktisch gearbeitet (Reporter-Assay, IF-staining, Behavior Assays). In der AG Nöthen gibt es einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Humangenetik, vor allem in Bezug auf genetische Erkrankungen. Außerdem werden NGS und –omics-Techniken mit kleinen Übungen präsentiert. In der AG Schorle werden im Bereich der Entwicklungspathologie Experimente wie Pronukleusinjektion (gene editing) und die Reprogrammierung von Zellen durchgeführt. Außerdem wird ein Einblick in die Histologie gegeben. Die Praktikumswoche im life&brain/ AG Brüstle dreht sich vorwiegend um Stammzellbiologie (induzierte Pluripotente Stammzellen), sowie um verschiedene Themen in der Neurobiologie. Es wird ein Einblick in die Entwicklung neuer Techniken zur Zell-Reprogrammierung und zur Forschung an cerebralen Organioden gegeben.
Innerhalb der vier Wochen präsentiert jeder Praktikumsteilnehmer ein Paper, meist zu den Themen der jeweiligen Woche. Zum Rekapitulieren der Praktikumswoche werden am Freitagnachmittag Abschlusspräsentationen über die Ergebnisse der Experimente gehalten. Nach Beendigung des Moduls muss sich außerdem jeder Student aussuchen, bei welchem der vier Prüfer er seine mündliche Prüfung ablegen möchte. Die Prüfung umfasst fachtheoretische Fragen, sowie Gedankenspiele zu verschiedenen denkbaren Experimenten, bezogen auf die in der Praktikumswoche durchgeführten Versuche.
Das einmonatige Modul wird von der AG Mayer und AG Famulok vom LIMES Institut und der AG Gütschow des pharmazeutischen Instituts in Bonn betreut. Morgens finden Seminare statt, mittags lernen die Studierenden in kleinen Gruppen Labore und wichtige Grundarbeitstechniken kennen. An zwei Tagen berichtet ein Mitarbeiter von der Bayer AG über seine dortige Arbeit und seinen Werdegang. Inhaltlich geht es in den Seminaren, wie auch im Labor, um Entdeckung, Gewinnung, Entwicklung, und Analyse von Arzneistoffen. Unter anderem werden small molecules nach ihrer Inhibitorfunktion gescreent, Fluoreszenz-Polarisationsassays mit Aptameren durchgeführt, oder bekannte Arzneistoffe extrahiert und synthetisiert. Am Ende des Praktikums stellt jede Gruppe einen Versuch in einer Postersession dar. Nach dem Praktikum erfolgt eine mündliche Prüfung über die erlernten Inhalte.
Das Modul C1 wird betreut von der AG Gabi (Institut für experimentelle Immunologie), AG Wilhelm (Institut für klinische Chemie und Pharmakologie), AG Spengler/AG Nattermann (Institut für innere Medizin), AG Hölzel (Institut für klinische Chemie und Pharmakologie) und AG Latz (Institut für angeborene Immunität).
Morgens und nachmittags findet ein Seminar statt, in dem thematisch die Versuche des jeweiligen Tages oder der jeweiligen Woche besprochen werden. Dazwischen findet der praktische Teil in Kleingruppen im Labor statt. Die erzielten Ergebnisse werden am Ende der Woche von den Studierenden vorgestellt und mit den Betreuern diskutiert. Jeder Studierende stellt zudem eine Publikation meist passend zum Thema der entsprechenden Woche vor. In dem Modul werden grundliegende immunologische Techniken erlernt und das immunologische Wissen aus der Vorlesung vertieft. Zu den verwendeten Methoden gehören das Kultivieren von Zellen, Isolation von Immunzellen aus murinen Organen sowie humanen Blut, FACS, MACS, Fluoreszenz Mikroskopie, Western Blotting, ELISA, Genotypisierung mittels Echtzeit-PCR und das Designen von sgRNAs für ein CRISPR-Cas9 Experiment (in silico). Zum Abschluss des Moduls findet eine kurze mündliche Prüfung statt, in welcher die durchgeführten Versuche und allgemeines immunologische Wissen geprüft wird.
Das Modul C2 wird von AG Burgdorf, AG Förster, AG Kolanus, AG Kiermaier und AG Mass des LIMES Instituts durchgeführt. Dementsprechend geht es thematisch um verschiedene Zellen des Immunsystems und deren Differenzierung, Aktivierung und Effektorfunktionen. Es werden unter anderem Methoden wie ELISA, Durchflusszytometrie, Mikroskopie, Zellkultivierung und verschiedene Färbungen erlernt. Zudem bekommt man die Möglichkeit Immunorgane von Mäusen zu präparieren. Zum Abschluss jeder Woche werden die Ergebnisse der Versuche in 3er-4er Gruppen kurz vorgestellt. Einmal innerhalb der vier Wochen hält jeder eine Paperpräsentation, um dessen Methodik und Ergebnisse den anderen näher zu bringen.
Das Modul D wird von AG von Kügelgen und AG Pfeifer des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie durchgeführt. Thematisch wird sich mit der Pharmakologie von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs) sowie viralem Gentransfer beschäftigt. Es findet jeden Vormittag eine Art Vorlesung zu verschiedenen Gruppen von Arzneimitteln statt. Es werden unter anderem Methoden wie Zellkultivierung, Mikroskopie, qPCR, Calcium-Fluorimetrie und Transduktion von Zellen mit Viren erlernt. Meist präsentiert man am Ende jeder Woche in Gruppen die Ergebnisse der Versuche. Zudem stellt jeder anhand einer Publikation eine Kristallstruktur eines GPCRs vor. Es findet eine kurze mündliche Abschlussprüfung statt.
Modul E wird von drei Arbeitsgruppen des LIMES Institutes betreut: AG Schultze, AG Förster und AG Hoch/Bauer. Thematisch werden Sequenzierungstechniken insbesondere ATAC-Seq und CHIPSeq, Gene editing mittels CRISPR/Cas9 und weitere Genetargeting Ansätze in den Modellen Maus, Drosophila und Zebrafisch behandelt. Das Modul ist unterteilt in praktische Arbeit im Labor, sowie einen bioinformatischen Teil am Computer. Jeder Studierende präsentiert während des Moduls eine Publikation passend zum jeweiligen Thema. Zudem werden am Ende jedes Teils des Modules Ergebnispräsentationen in Kleingruppen gehalten. Es gibt keine weitere Prüfung.
Das vierwöchige Modul F wird von den Arbeitsgruppen Thiele, Lang, Burgdorf und Kolanus des LIMES-Instituts durchgeführt, wobei jede AG eine Woche in der genannten Reihenfolge betreut. In der AG Thiele beschäftigt man sich mit Lipidmetabolismus und nutzt Click-Labelling zur Nachverfolgung des Lipidstoffwechsels. Hauptmethoden sind hier die Massenspektrometrie und die Dünnschichtchromatographie. In der 2. Woche (AG Lang) geht es um klassische Fluoreszenzmikroskopie sowie hochauflösende STED-Mikroskopie und Immunfluoreszenzfärbung von Proteinen. Die 3. Woche (AG Burgdorf) beschäftigt sich mit der Proteinbiochemie des Mannose-Rezeptors. Die genutzten Methoden sind Affinitätschromatographie, Western Blotting, SDS-PAGE und ELISA. In der letzten Woche in der AG Kolanus setzt man sich mit der Motilität von dendritischen Zellen auseinander, wobei verschiedene Migrationsassays (3D-Kollagen / Transwell) angewendet werden. Außerdem wird die moderne Mikrofluidik demonstriert sowie die Zellmorphologie durch Immunfluoreszenzmarkierung untersucht.
Jeder Student hält während der 4 Wochen einen Vortrag über einen Primärartikel sowie am Ende jeder Woche eine Präsentation über die Ergebnisse der entsprechenden Woche (entweder allein oder in Gruppen).
Hierbei könnt ihr ein selbst organisierte Praktikum für 6-8 Wochen absolvieren.
Das WPX/Y muss im Koordinationsbüro mindestens zwei Wochen vor Antritt des Praktikums formal angemeldet und vom Prüfungsausschuss genehmigt werden
Freier Wahlbereich
Im Studium müssen außerdem 12 Leistungspunkte im sogenannten freien Wahlpflichtbereich gesammelt werden. Diese können in allen Semestern gesammelt werden (es bieten sich aber vor allem das 2. und 4. Semester dazu an).
Mögliche Module sind Vorlesungen in Pharmakologie & Toxikologie (6 LP), Ernährungslehre (6 LP), Stamzellbiologie (3 LP), Tumorpathologie (3 LP), Systembiologie (3 LP), Zellbiologie (3 LP) u.v.m. , die zum Teil im SS und zum Teil im WS angeboten werden.
Außerdem kann man Seminarreihen, zum Beispiel über Molekulargenetische Methoden (Eigeninitiative für das Zustandekommen erforderlich!!, 3 Pkt), oder einwöchige Praktika bei verschiedenen Professoren belegen (ebenfalls nach eigener Initiative).